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Liebe Gemeinde, „Alles ist erlaubt - aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt - aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.“ So schreibt das der Apostel Paulus in seinem 1. Brief an die Korinther im Kap. 10,23-24. Alles ist erlaubt … Das kann schnell mißverstanden werden. Deshalb ist es wichtig, auf den Zusammenhang dieser Verse zu achten. In der Gemeinde von Korinth herrscht große Verwirrung. Viele Geister sind am Werk. Da geht es um die Stellung der Prediger, um den Gottesdienst, um die Beteiligung der Frauen am Gemeindeleben, um die Gnosis [also um eine „höhere Erkenntnis“ von Gott, seinem Verhältnis zur Welt und dem religiösen und sittlichen Leben als die Erkenntnis Gottes im Glauben]. Und da geht es um das Verhältnis zur andersgläubigen Umwelt. Fragen der Ethik, also der begründeten Handlungsweisen, sind umstritten. Die Gemeinschaft ist infrage gestellt und es geht besonders um das Thema „Auferstehung der Toten“. - Das war damals um das Jahr 54 nach Christus so, das war 2011 so und am Beginn des neuen Jahres 2012. In Korinth, in Röthenbach a.d. Pegn. Und sicher auch anderswo! Die Fülle von Verwirrungen und demzufolge von Problemen ebenso. - Paulus nimmt zu allem(!) Stellung. Er tut dies in Kürze. Von daher erkläre ich es mir auch, dass es bei der Auslegung der paulinischen Aussagen immer wieder zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen gekommen ist. Und kommt. Hier kann ich mir nur so helfen, dass die kurzen Abschnitte ausführlich bedacht werden. „Alles ist erlaubt - aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt - aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.“ Kern dieser beiden Sätze ist der Einzelne und dessen Freiheit. Aber nun nicht die Freiheit in dem Sinn, dass der Einzelne tun oder lassen kann, was er gerade will – soweit er heutzutage überhaupt noch einen Willen hat -, sondern in dem Sinn, was nützt. Und nicht das, was zerstört. Die Freiheit zu tun oder zu lassen, was der Gemeinschaft nützt. Die Korinther und wir und die vielen anderen hatten und haben also die Freiheit,sich für andere Menschen einzusetzen! In Kap. 6,12 hat Paulus diesen Gedanke erstmals ausgebreitet: „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangennehmen.“