Aus dem Kirchenvorstand
Liebe Gemeinde es hat sich längst herumgesprochen: Herr Tauber wird Röthenbach a.d. Pegn. verlassen. Sein Dienst in der Kirchengemeinde Rückersdorf beginnt mit dem 1. August. Für ein Jahr - also bis zum 1. August 2008 - wird die 2. Pfarrstelle nicht besetzt sein. Und danach wird sie nur noch zur Hälfte wiederbesetzt werden. Und das bedeutet natürlich, dass wir in der Kirchengemeinde Röthenbach a.d. Pegn. beinahe alle Dienste neu festlegen und organisieren müssen. Manche Dienste können auch nur noch eingeschränkt angeboten oder gar nicht mehr durchgeführt werden. - Der Kirchenvorstand hat sich seit dem Januar dieses Jahres mit den veränderten Verhältnissen (Vakanz und halbe Stellenbesetzung) beschäftigt und ausführlich besprochen. Und er hat sich auch beraten lassen. Dabei hat er versucht - mit den Vorgaben - im gottesdienstlichen Leben, in der Beratung und in der Seelsorge, im Austausch miteinander, aber auch in der Verwaltung gute Kompromisse zu finden. So soll ab dem September dieses Jahres für den weiten Bereich der Gottesdienste folgendes gelten: Der Kindergottesdienst wird weiterhin parallel zum Hauptgottesdienst, der um 9.30 Uhr in der Kirche Heilig-Kreuz stattfindet, um 10.45 Uhr im Gemeindehaus sein. Der Servicegottesdienst wird einmal monatlich, in der Regel am 3. Sonntag, den Hauptgottesdienst in der Kirche Heilig Kreuz ersetzen. Er findet dann um 10.45 Uhr eben in der Kirche Heilig-Kreuz statt. Ein Familiengottesdienst soll, anstatt eines Hauptgottesdienstes, mindestens zu den kirchlichen Festen an Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Erntedank gefeiert werden. Er findet seinen Platz um 10.45 Uhr im Gemeindehaus. Zum Erntedankfest ist in diesem Jahr nach dem Gottesdienst auch eine Gemeindeversammlung geplant, in der alle interessierten Kirchengemeindmitglieder zu Beginn des geänderten "Kirchengemeindelebens" weitere Information erhalten werden und Stellung nehmen können. Die Feier des Heiligen Abendmahls wird weiterhin, am 1. Sonntag im Monat, im Hauptgottesdienst gefeiert werden. - Das Sakrament der Heiligen Taufe wird monatlich an einem festgesetzten Samstagnachmittag ab 13 Uhr gegeben werden. Eine weitere Taufmöglichkeit bietet sich einmal monatlich an einem Sonntagvormittag, entweder im Hauptgottesdienst, im Kindergottesdienst oder im Anschluss an den Hauptgottesdienst in der Kirche Heilig-Kreuz. Der Ort wird durch denjenigen festgelegt, der sein Kind zuerst zur Taufe verbindlich anmeldet. Die Tauftage, sowohl Samstagnachmittag als auch Sonntagvormittag, werden durch die Hauptamtlichen in der Dienstbesprechung festgelegt und langfristig im Kirchenboten bekannt gegeben. - Zu Hochzeiten, die von auswärtigen Paaren in der Kirche Heilig Kreuz gefeiert werden, soll in aller Regel ein Pfarrer/eine Pfarrerin der entsprechenden Heimatgemeinde den Traugottesdienst halten. - Aufgrund der personellen Knappheit (ein Geistlicher für 4 1/2 Tausend Kirchengemeindemitglieder) kann eine besondere Beteiligung an den Passionsandachten im Rahmen der Reihe im Pegnitztal und der Andacht am Pegnitztalbegegnungsfest bis auf weiteres nicht mehr übernommen werden. Dies betrifft auch die Moritzberg-Gottesdienste. Sie finden, bis auf weiteres, nicht mehr unter Beteiligung unserer Kirchengemeinde statt. In der Vakanzzeit können die Gottesdienste am Donnerstagnachmittag im Karl-Heller-Stift von unserer Kirchengemeinde nicht mehr abgedeckt werden. Die Senioren- und Pflegeheime (St. Michael, Haus Konias-Sieber und Haus Krone) werden wie bisher versorgt. - Die Entscheidung über die Beteiligung am Stadtfestgottesdienst 2008 wird nach den jeweiligen Erfahrungswerten der Vormonate getroffen werden. - Auch die Schulgottesdienste (Anfangsgottesdienst und Schlussgottesdienste) werden in ihrer Vielfältigkeit nur mit entschiedener Hilfe der Religionslehrkräfte gehalten werden können. Herr Diakon Schmidt wird während der Vakanz insbesondere die Vorbereitungskreise Kindergottesdienst und Servicegottesdienst begleiten. Die Vorbereitung der Familiengottesdienste wird unterschiedlich und jeweils aufs Neue geregelt. Und natürlich wird immer wieder einmal die Verkündigung und die Predigt durch einen Pfarrer/eine Pfarrerin von außerhalb geschehen. Darüber hinaus werden wir versuchen, Frauen und Männer für den Praktikantendienst, also die Verkündigung im Gottesdienst, zu gewinnen. - Abschließend: Ich kann mir gut verstellen, dass manche unter Ihnen, liebe Gemeinde, mindestens zwei Fragen haben werden. Die erste: Warum ist das so? Die zweite: Können Sie nicht eine Ausnahme machen? Beide Fragen kann ich gegenwärtig nur mit den Worten Niebuhrs beantworten: Gott gebe uns allen die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die wir nicht ändern können; er gebe uns den Mut, Dinge zu ändern, die wir ändern können; und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Und zu letzterem, zur Weisheit, können wir miteinander und füreinander nur um Gottes pfingstlichen Geist bitten, der uns immer wieder neu inspiriere auf unserem gemeinsamen Weg.
PS.: Vielleicht können Sie sich noch an einige meiner Ausführungen im Kirchenboten zu dem Thema "Suchet der Stadt Bestes" erinnern. Den Schluss bin ich Ihnen damals schuldig geblieben. Jetzt schreibe ich Ihnen den Schluss - auch als Fortsetzung (in den nächsten Ausgaben berichte ich aus dem Kirchenvorstand zu Seelsorge und anderen kirchengemeindlichen Aufgaben unter den veränderten Voraussetzungen). Aber nur weil es sein muss. - Peter Krajewski
Aus dem Kirchenvorstand
Liebe Gemeinde, in der Juli-Ausgabe habe ich Ihnen die wichtigsten Änderungen in der Verkündigung, in unserem gottesdienstlichen Leben, ab August 2007 für mindestens das kommende Jahr geschrieben. Heute schreibe ich Ihnen über den seelsorgerlichen Auftrag, der sich ja aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen auch ändern muss. Der Kirchenvorstand hat darüber in den vergangenen Monaten beraten und beschlossen. Heute muss ich Ihnen die Ergebnisse vorstellen, mit der Bitte um Verständnis für manche einschneidende Änderung - zumindest für die Zeitspanne August 2007 bis August 2008. Zum seelsorgerlichen Auftrag gehören vor allem Krankenbesuche, Geburtstagsbesuche und Beratungsgespräche. Letztere werden erst dann an die entsprechenden Beratungsstellen weitergeleitet (Lauf oder Nürnberg), wenn tatsächlich keine Hilfestellung geleistet werden kann. Wichtig aber ist, dass in unserer Gemeinde - und ich meine hier die Evang.-Luth. Kirchengemeinde Röthenbach a.d. Pegn. - etwa 60% zu den 40-100jährigen gehören, davon macht die Gruppe der 40-60jährigen ca. 30% aus. Das heißt zunächst: der seelsorgerliche Auftrag wird seiner (formalen) Größe nach im Lauf der Zeit eher umfangreicher als bisher. Nur etwa 18% der Evangelischen sind 0-18 Jahre alt. Es ist also nötig neben dem Blick auf die jüngere Generation auch die ältere Generation entsprechend in den Blick zu nehmen und den Fokus nicht ausschließlich auf die Jugend zu richten. - Das Durchschnittsalter aller Evangelischen unserer Kirchengemeinde liegt bei etwa 45 Jahren. Die Zahlen stammen alle aus dem kirchlichen Meldewesensystem (=MEWIS). Folgende Daten basieren auf einer in MEWIS angegebenen Gesamtmitgliederzahl von 4.303. (Die Angaben zur Kirchengemeindemitgliederzahl der Stadt Röthenbach a.d. Pegn.: 4.700!).
Durchschnittalter eines Mannes unserer Kirchengemeinde: 42,93 ; Durchschnittalter einer Frau unserer Kirchengemeinde: 47,11 ; Durchschnittalter unserer Kirchengemeinde: 45,23
Aus dem Kirchenvorstand
Liebe Gemeinde, am Dienstag, dem 9. Oktober 2007 fand im Ev. Gemeindehaus das Pfarrstellenbesetzungsgespräch mit Herrn Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche und Frau Dekanin Ursula Seitz sowie den Mitgliedern des Kirchenvorstandes Röthenbach a.d. Pegnitz statt. - Auch Herr Diakon Schmidt und ich konnten uns angemessen einbringen. - Klar muss uns allen bleiben, dass zur Stellenbesetzung am 1. August 2008 diese 2. Pfarrstelle nur noch halb besetzt werden wird. Die dringlichen Sparmaßnahmen unserer Landeskirche zur Bewältigung der gegenwärtigen und der zukünftigen Aufgaben macht dies unabdinglich. Ja, man müsse bei der bald auf uns zukommenden, neuen Landesstellenplanung besonders aufmerksam bleiben. Allerdings könne man damit rechnen, dass die zweite, halbierte Pfarrstelle dann auch ab August 2008 mit einem Bewerber oder einer Bewerberin besetzt werden kann. - Die zur Pfarrstellenausschreibung benötigte Pfarrstellenbeschreibung wurde sorgsam erstellt. Wünsche undErwartungen wurden ausgewogen eingebracht, so dass der Ausschreibung im Amtsblatt der Evang.-Luth. Landeskirche in Bayern nichts im Wege stehen kann. Gottes Werk wird sein, unseren Mut weiter zu stärken. Unser menschlicher Beitrag wird sein, mit diesem gestärkten Mut, die Wirklichkeit einmütig wahrzunehmen und auftragsgemäß zu verkündigen. Peter Krajewski
Das Schaubild soll ein wenig die eben formulierten Gedanken verdeutlichen. In der waagrechten Achse sind die jeweiligen Altersgruppen (nach Mann und Frau) dargestellt. In der senkrechten Achse die Stärke der jeweiligen Altersgruppen insgesamt. Unzweifelhaft geht aus dem Graph hervor, dass erst in den kommenden Jahren die große Anzahl der älteren und alten Menschen so richtig aufrücken und anschwellen wird, im Vergleich zum gegenwärtigen Stand, der seinerseits schon bemerkenswert ist. Wir können eben nicht daran vorbeisehen, dass eine Generation fehlt - im Vergleich zu anderen Zeiten! - Natürlich war in den Überlegungen des Kirchenvorstandes die erste Überlegung, wie Senioren (ältere und alte Menschen) an ihrem Geburtstag besucht bzw. kontaktiert werden können. Zwei grundsätzliche Modelle boten sich hierzu an. Zum einen wäre ein Besuchsdienst, an dem Hauptamtliche und Kirchenvorstand partizipieren möglich. Zum anderen könnte monatlich eine Feier für alle Jubilare angeboten werden. Über die Einzelheiten wurde ausführlich diskutiert und zeitigte folgendes Ergebnis: Besuche werden zu folgenden Jubiläen unternommen: ab 80 in 5 Jahresschritten, ab dem 100. Geburtstag jährlich. Und: Ab dem 1.1.2008 findet halbjährig, samstags im Juli und im Januar, eine Feier für alle über 70jährigen statt. Die Einladung dazu wird im Kirchenboten mit der Bitte um Rückmeldung erfolgen. Die Ausgestaltung dieser Feier wird von Ehrenamtlichen geschultert. Natürlich ist der Kirchenvorstand gewillt, seine Entscheidungen auf den Prüfstand zu stellen und ggf. auch zu ändern. Deshalb: Diese Regelung gilt für ein Jahr und soll anschließend überprüft werden. Am Rande soll noch darauf hingewiesen werden, dass eine sinnvolle Debatte über das Seniorat (Älter-sein bis Alt-sein) nicht nur in unserer Kirchengemeinde geführt werden muss. Und die Kernfragen dazu sind ganz einfach: Wer ist denn eigentlich alt? - Der Staatsmann oder Kirchenfürst mit 80, der mit zehntausenden Geburtstag feiert? Der Manager, der mit 60 ausgemustert wird? Die Arbeitslosen über 45, denen man wegen ihres Alters keinen Job mehr zutraut? Die Lehrerin von 30 Jährchen in den Augen ihrer Erstklässler? - Wir brauchen dringend Handlungsstrategien, die den demographischen Wandel berücksichtigen. Wir brauchen positive Ansätze und Aufbruchstimmung. Deshalb ein beinahe leidenschaftlicher Appell an alle uns anvertrauten, aktiv und altersaktiv die Aufgaben wahrzunehmen und die Jugend nicht aus den Augen zu verlieren. - Alle kranken Menschen und deren Angehörige möchte ich ermuntern, sich in Notfällen zu rühren und anzurufen. Wir werden zusammen kommen. - Peter Krajewski